Logistikdrehscheibe Lübeck: Spedition Bode kombiniert Ökonomie, Ökologie und Soziales zum harmonischen Dreiklang

Mittwoch, 22. November 2017 22.11.17


Spedition Bode - Steve Etzrodt
Kombiverkehrsspezialist Stev Etzrodt

Für die Spedition Bode GmbH & Co. KG lassen sich Ökonomie und Ökologie trotz schwieriger Rahmen- und Marktbedingungen durchaus sinnvoll verbinden. Das geht aus dem jüngsten Nachhaltigkeitsbericht des norddeutschen Logistik-Mittelständlers hervor. Voraussetzung hierfür ist die Kombination von niedrigen Kosten mit hoher Leistungsqualität bei gleichzeitig ausgeprägter Umwelt- und Sozialverträglichkeit.

Die Spedition trägt dieser Zielsetzung seit Jahren erfolgreich Rechnung und setzt auf Basis ihres Green-Logistics-Konzepts laufend diverse schadstoffreduzierende Maßnahmen um. Hierzu gehört laut Prokurist Stev Etzrodt die verstärkte Nutzung intermodaler Verkehre (Road-to-Rail und Road-to-Sea), für die gerade in den Nordischen Ländern die infrastrukturellen Voraussetzungen gut sind.

So konnte durch die gezielte Verlagerung von Straße auf Schiene die ausgestoßene CO2-Menge zwischen 2013 und 2016 laut Nachhaltigkeitsbericht um 57.631 t reduziert werden. Hinzu kamen 1.495 t aufgrund von Dieseleinsparungen. Wobei der Dieselverbrauch der 110 firmeneigenen Euro-VI-Fahrzeuge im Vergleichszeitraum um 7,26 auf 26,58 Liter/100 km gesenkt werden konnte. Einige Fahrer erreichten sogar schon Durchschnittswerte von 25,2 Litern/100 km.

Auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres konnten weitere Fortschritte im unteren zweistelligen Prozentbereich erzielt werden. Verbessert wird die Nachhaltigkeits-Performance außerdem durch die ausschließliche Nutzung von jährlich rund zwei Mio. kW/h Ökostrom, der vollständig ohne Atom-, Kohle-, Gas- und Ölanteile erzeugt wird. Hinzu kommt die Dekra-Abnahme der Gebäudetechnik, Druckbehälter, Tankanlagen, Ölabscheider, elektrobetriebenen Flurförderzeuge, Rolltore, Vorschubbühnen und Grubenheber gemäß Unfallverhütungsvorschriften.

A1 wird Teststrecke für Elektro-Lkw

Ein weiterer Akzent beim Umweltschutz ist die Ende 2018 erfolgende Teilnahme an einem Elektro-Lkw-Praxistext in Schleswig-Holstein. Auf einer gut fünf Kilometer langen, beidseitig mit Oberleitungen versehenen Teststrecke auf der A1 zwischen Reinfeld und dem Kreuz Lübeck werden probeweise zunächst zwei Fahrzeuge eingesetzt. Und zwar im Shuttle-Verkehr zwischen dem Reinfelder Bode-Kühlhaus und dem Seelandkai im Lübecker Hafen.

Die beiden Fahrzeuge werden von Scania mit Stromabnehmer ausgerüstet. Als Hybrid-Lkw können diese dann am Beginn der Strecke per Knopfdruck ihre Stromabnehmer ausfahren und den Dieselmotor abschalten. Am Ende der im Mai 2018 in Bau gehenden Strecke werden die Abnehmer einfach wieder eingezogen.

Realisierungsvereinbarung unterzeichnet

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hierzu vor kurzem in Kiel: "Der E-Highway bietet die Möglichkeit, einen ökonomisch wie ökologisch nachhaltigen Güterverkehr auf den Weg zu bringen. Gerade durch seine Lage zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa ist Schleswig-Holstein für das ambitionierte Projekt prädestiniert.“

Auch Umweltminister Robert Habeck sieht den Feldversuch als Chance, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Mobilität der Zukunft "sauberer" zu machen: "Als Land, das viel erneuerbaren Strom produziert, sind wir besonders dazu aufgerufen, mit Pilotprojekten die Elektromobilität voranzutreiben". Schiene und Straße seien für den Güterverkehr keine Alternativen, sie müssten sich ergänzen, betont Habeck.

Ziel seiner Testteilnahme ist laut Geschäftsführer Kai-Jörg Bode, den Straßen- und Schienentransport bis nach Stockholm zukünftig vollkommen elektrisch durchzuführen. Der Logistikanbieter ist unter anderem für die Lidl-Gruppe unterwegs, die ihre schwedischen und finnischen Filialen über die Drehscheibe Lübeck beliefert und den geplanten Feldversuch von Anfang an positiv begleitet und tatkräftig unterstützt hat. Lidl will in Schweden zusammen mit der Stockholmer Firma Einride selbstfahrende Elektro-LKW auf die Straße bringen, nachdem das Unternehmen vor einem halben Jahr den ersten Prototyp seines selbstfahrenden Elektro-LKW T-Pod vorgestellt hatte.

Kombiverkehr Bahn, Lkw und Schiff

Weiter ausgebaut wird auch die umweltfreundliche Zusammenarbeit mit der Kombiverkehr KG. Die seit 2009 bestehende Kundenbeziehung wurde Ende 2015 durch die Inbetriebnahme eines exklusiven Firmenzuges zwischen Lübeck und dem 40 km nördlich von Stockholm gelegenen Terminal Rosersberg intensiviert.

Mit dem dreimal wöchentlich verkehrenden Shuttlezug „Alter Schwede“, der bis zu 38 Trailer und Container bzw. eine Nutzlast von bis zu 1.000 t befördern kann, transportiert Bode insbesondere Konsumgüter und Lebensmittel, teilweise gekühlt in kombifähigen Thermotrailern. Im Rücklauf werden Forstprodukte und Handelsgüter aus Schweden importiert. Neben einer sicheren und wirtschaftlichen Beförderung ist gerade im Verkehr von und nach Nordeuropa die Umweltfreundlichkeit der Bahn ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern.

Der Direktzug spart pro Abfahrt auf der Gesamtstrecke rund 74 t Kohlendioxidemissionen ein. „Wir stehen für einen nachhaltigen, klimafreundlichen Transport auf der Schiene, den wir im Sinne unserer Kunden sowie zur Unternehmens- und Arbeitsplatzsicherung ständig erweitern“, betont Bode.

Drehscheibe des Zuges ist in Deutschland der Lübecker Cargo-Terminal-Lehmann (CTL). Die Transportzeit für die 1.200 km lange Strecke beläuft sich auf 22 Stunden.

Von Lübeck aus werden außerdem täglich Sattelauflieger über die Schiene nach München, Duisburg, Ludwigshafen, Köln und Verona transportiert. Gegenwärtig setzt die Spedition Bode 550 kranbare Trailer nach EN 12642 ein und beschäftigt über 250 Mitarbeiter.

www.spedition-bode.de/






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